Aufstieg einer Familie II

(verlesen von Elsthor)

Wir schreiben heute das Jahr 1696 des zweiten Zeitalters im Ringarë dem zweiten Isilya des Ringarë.
Eine Woche ist es nun schon her, dass ich meine Worte niedergeschrieben habe. Da ich viel zu erzählen habe, fange ich besser an, bevor uns unsere Reise weiter nordwärts führt.

Unsere Reise auf dem neuen Land, welches uns noch immer sehr in staunen versetzt, begann an der Küstenbreite von Belfalas und Tolfalas, als wir uns von einem Seegrab auf ein Landgrab an der Küste gerettet hatten und wir nahe einer großen Flussmündung mit den Booten anlegten.
Jene Namen von Flüssen, Gebirgen und Landschaften welche wir heute kennen, haben wir von jenen Menschen und Elben welche schon in diesen Landen lebten, bevor wir von Numenor aufbrachen.

So sagte uns ein alter Mann welcher mit seiner Familie auf der Flucht nach Westen war, der Fluss welchen wir für unsere Landung und weitere Wanderung aus erkoren hätten, hieße wohl
Anduin. Die Landschaft, durch welche wir reisten so sagten uns weitere Menschen, hieße Lebennin und wir folgten diesem Weg weiter nach Norden, trotz der Warnungen jener Menschen welche wir auf unserer Reise begegnet sind.
Am dritten Tage, nach dem Beginn der Reise durch das neue Land, machten wir eine lange Rast und unsere müden Knochen sollten erstmals etwas Schlaf finden. Doch wir wurden bald schon nach Beginn der ersten Stunden der Rast von einigen Schreien aus der Dunkelheit, aus unserem Schlaf gerissen.
Aus der Ferne konnten wir hinter einem schwarzen Gebirge eine Feuerwand sehen. Ein großes Leuchten, es glich einem Feuerball am Horizont. Ohne, dass wir wussten was es ist, machten wir uns auf unsere Rast zu beenden und unsere Sachen zu verschnüren um unsere Reise fortzusetzen. Diese führte uns in den darauf folgenden Tagen in das Weiße Gebirge, welches in der Elbensprache Anorien genannt wurde.
Auf den Pfaden des Gebirges fanden wir, acht gute Pferde welche alle samt ein schwarzes Fell mit einem schwarzen Schweif aufzuweisen hatten. Diese stolzen Pferde sollten uns das Reisen erleichtern und wir ließen sie zunächst die Ausrüstung unserer Gruppe tragen. Diese schönen Tiere sollten sich etwas an uns gewöhnen, sollten wir diese später einmal Reiten wollen. Da wir jedoch lang kein Wild mehr fanden und im ganzen Land, welches wir bisher durchquert hatten nur der Tod lauerte, blieb es nicht aus das wir auf der weiteren Reise einige der Pferde zum Wohle der Männer schlachten mussten, schließlich mussten sie bei Kräften bleiben.

Die Landflächen welche wir bisher sahen waren alle samt von Feuer, Rauch wie auch von Leichen der Mensch und Tiere gezeichnet. Doch auch einige tote Orks ließen sich hier und da finden.
Am Ende der Woche fanden wir uns an der Spitze des Gebirges wieder wo wir bis zum heutigen Tage an welchem ich diese Worte niederschreibe, ein sehr gemütliches Lager auf geschlagen haben.
Die restlichen fünf der schwarzen Pferde, haben sich in den letzten drei Tagen stark an uns gewöhnt und wir konnten unter ihnen ein interessantes Verhalten beobachten.
Bisher haben wir immer geglaubt ein Hengst würde eine Herde von Pferde führen doch in diesem Fall war es nicht so, diese Herde wurde von einer sehr stolzen Stute angeführt welche sich bisher nicht von uns hat zähmen lassen.
Unser Anführer welcher seit dem Zusammentreffen mit dem Leichenschiff eher schweigsam als zu Beginn unserer Reise war, fand einen Weg das alte Buch zu öffnen und zu studieren welches wir auf dem Schiff der toten fanden.
Seit Tagen schon gibt er allem was wir finden einen Namen, so als würde er schon seit Jahren in diesen Landen leben.
Offenbar steht in diesem alten Buch sehr viel und ich hoffe es wird uns bald verraten weshalb wir in diesen Landen sind.

Denn in vier Tagen läuft unser Handel mit unserem Anführer aus, welcher uns in Nùmenor für seine Dienste kaufte.
Die Gruppe ist sich bisher noch nicht einig wie sie sich verhalten wird da diese bisher keine Aussicht auf eine weitere Entlohnung hat, doch bin ich mir sehr sicher, dass sich unser Anführer auch hier hat etwas einfallen lassen. Mir selbst wird immer klarer das wir nicht hier sind weil wir etwas für unser Volk tun, sondern mehr um ein persönliches Anliegen unseres Anführers zu erfüllen.
Ich konnte weiter beobachten wie er in den Tagen oft einige Worte wirr vor sich her sprach. Jedoch ergaben seine Worte nur wenig Sinn für mich. Ich bin zwar ein Nùmenorer wie ein jeder von uns doch habe ich in meiner Kindheit weniger die Sprache der Elben versucht zu lernen.
Ich habe mich etwas mit Talan dem Steuermann unterhalten und er versicherte mir, dass unser Anführer, welchen er schon länger kennt, einen Weg finden würde die Männer zufrieden zu stellen.
Talan sagte mir im Vertrauen ich sollte besser die Augen offenhalten, wenn ich mehr über unsere Reise erfahren wollen würde. So sagte er auch, dass er den weiteren Weg zwar nicht kennen möge, jedoch wüsste, dass unser Weg weiter nach Nordwesten führen würde, bis wir in ein grünes Tal gelangen würden.

Gern höre ich einem alten Mann wie Talan zu, seine Worte sind oft sehr ruhig und klar und seine alten Hände zwar sehr Rau durch die Kämpfe in seinem Leben, doch berührt er einen mit seinen Händen, so verspürt man eine innere Ruhe.

So war es auch ich verspürte weder Furcht welche mich seit Beginn der Reise begleitet hatte, noch hatte ich das Gefühl in diesen Landen verloren zu sein, im Gegenteil ich bewunderte jeden einzelnen unserer Weggefährten den mit ihnen fühlte ich mich sicher und wie in einer Familie.

Doch nun ist es leider schon wieder soweit das ich aufhören muss mit schreiben. Unsere Reise führt uns weiter Nordwärts und wir wurden wieder aufgefordert unsere Sachen zu verschnüren.
Da ich jedoch selbst eher faul bin und meine Sachen nie groß um mich herum verteile um es wie alle anderen etwas gemütlicher zu haben. So habe ich weniger zu packen und kann noch einige Zeilen nieder schreiben und die Stille im Schatten des Berges genießen. Meine Hände streifen immer wieder zwischen den Zeilen über das saftige Gras am Fuße des Berges um so mehr das Gefühl in der Hand zu wahren während sich die Hand mit der Feder zwischen den Fingern immer wieder zu verkrampfen versucht.
Als ich gerade aufblicke sehe ich wie die Leitstute sich von den anderen Pferden zu entfernen versucht und dabei immer wieder an ihren Zügeln zieht, mit welchen sie an einem Baum befestigt ist. Ich habe das Gefühl das dort wohl etwas nicht stimmen könnte, doch verstehe ich von Pferde nur wenig als das ich mit Gewissheit sagen könnte warum dieses Pferd versucht, sich von den anderen etwas zu entfernen.

Nun gut die Reise geht nun wohl auch für mich weiter und ich schreibe sobald es mir wieder möglich ist, hoffen wir, dass wir nicht auf Orks oder schlimmeres treffen werden und so alle heil durch diese Lande kommen.

(…Fortsetzung folgt)

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