Entführungsprozess abermals vertagt

Breelandnachrichten-

Heute um zwei Uhr nachmittags war der Prozess gegen Vikki Fierfinger angesetzt. Der Vorwurf: Entführung von Lamber Pond. Doch aus dem lang erwarteten Prozess wurde nichts: Eine unfassbare Kette von Schlampereien und Versäumnissen sorgte dafür, daß die Veranstaltung eher einem Zirkus denn einer Gerichtsverhandlung glich.

 

Zunächst war durch keine offizielle Verlautbarung zu erfahren, daß diese Verhandlung überhaupt stattfand. Weder Aushänge noch Mitteilungen an diverse Zeitungen waren erfolgt, lediglich das Pamphlet “Bree von hinten” des Opfers der zu verhandelnden Entführung, Lamber Pond, wusste um den Tag der Verhandlung – doch auch die Uhrzeit war nur schwer zu erfahren.

Wer kurz vor zwei Uhr erst kam, musste eine absurde Prozedur über sich ergehen lassen – viele Besucher des Rathauses wurden auf Waffen durchsucht, aber bei weitem nicht alle. Die Bewaffneten, die diese Durchsuchungen vornahmen, waren erst auf viel Nachfragen hin bereit, ihre Identität mitzuteilen: Sie gehörten den kürzlich vom Bürgermeister aufgestellten Straßenwache an. Jedoch scheint hier bereits vor Prozessbeginn geschlampt worden zu sein: Einige Personen gelangten ohne Durchsuchung ins Rathaus, andere waren bereits drin und wurden, als sie kurz vor die Tür traten, erneut durchsucht, obwohl sie nur Luft schnappen wollten. Alles in allem war diese Art der Kontrolle keine allzu vertrauenserweckende Maßnahme.

Die Leute, die es pünktlich geschafft hatten, musste sich jedoch 30 Minuten gedulden, denn bis auf den ebenfalls zu spät gekommenen Verteidiger war um halb Drei noch niemand vom Gericht anwesend, auch die Angeklagte glänzte durch Abwesenheit. Dann wurde doch einmal etwas kundgetan, nämlich daß der Richter Tannenbusch erkrankt sei, und ein anderer Richter – von dem noch niemand etwas gehört hatte – ihn vertreten würde. Dieser traf zwar in Person eines Herrn Winterfels kurz darauf ein, begann aber umgehend mit der Eröffnung des Verfahrens, ohne daß die Angeklagte anwesend war. Diese traf dann endlich eine Stunde nach dem offiziellen Prozessbeginn, begleitet durch zwei Straßenwachen, ein. Jedoch stellte ihr Verteidiger fest, daß sie völlig betrunken und somit nicht prozesstauglich war.

Der Richter, sichtlich mit der Situation überfordert, beharrte zwar darauf, daß “er zu seinem Wort stehe”, als er den Prozess trotz der betrunkenen Angeklagten nicht vertagte, änderte aber doch recht schnell wieder seine Meinung, als er dem Vertreter der Anklage das Wort erteilen wollte. Diesen gab es jedoch scheinbar garnicht, die Straßenwachen fühlten sich nicht dafür zuständig, so daß der Richter zunächst dem Nebenkläger, Herrn Pond, die Anklage vortragen lassen wollte, was dieser jedoch vehement zurückwies.

Als wäre das nicht genug, verurteilte der Richter Herrn Pond zu einer Strafe von 50 Silberstücken, als dieser es wagte auszusprechen, was wohl den meisten Zuschauern durch den Kopf ging, nämlich daß der Prozess das reinste Chaos war.

Man darf nun zusammenfassen: Die Angeklagte wurde unter Aufsicht der Straßenwachen in einen Zustand versetzt, entweder absichtlich oder aus Inkompetenz, in dem sie nicht fähig war eine klare Aussage zu machen oder dem Prozess zu folgen. Die Straßenwache schaffte es auch nicht, die Angeklagte in weniger als einer Stunde vom Gefängnis ins Rathaus zu schaffen, wobei sich die Frage stellt, warum sie bereits nicht bei Prozessbeginn dort war. Der Richter kam eine halbe Stunde zu spät, abgesehen davon kannte ihn niemand, eine offizielle Bestätigung, daß es sich um einen Richter handelte, fehlte ebenso. Die Anklagevertretung war schlichtweg nicht vorhanden – aus vergangenen Verhandlungen wissen wir, daß dies Aufgabe der ermittelnden Behörde wäre, also den Straßenwachen. Diese haben jedoch nicht einmal um die Ermittlungsergebnisse des Falls bei den Stadtbütteln angefragt, von diesen ist auch niemand zum Prozess geladen worden. Man scheint hier nicht einmal die grundlegendsten Vorgänge in diesem Geschäft zu verstehen oder umsetzen zu können – die Straßenwache muss sich mit Fug und Recht fragen lassen, ob sie überhaupt fähig sind, ihre Aufgaben auszuführen, oder sich doch besser den Stadtbütteln anschließen.

Letztlich wurde der Prozess auf den vierten Mai vertagt – hoffentlich dieses Mal besser vorbereitet, hoffentlich mit Anklagevertretung und hoffentlich mit Zeugen, die den Fall auch betreffen. Und hoffentlich mit einem fähigeren Richter.

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