Wenn das Mittelerde wüsste – Dunkle Gestalten in Bree

Kolumne eines Reisenden- Da reist man die Tage durch das Breeland, kommt irgendwann in der Hauptstadt an und was sieht man? Eine überfüllte Stadt, in der man kaum noch ein Zimmer bekommen kann. Überall laufen Menschen, Hobbits, Elben und ja, sogar Zwerge herum.
Doch fragt man sie, was sie alle hier machen, bekommt man keine richtige Antwort. Alle sprechen nur von wichtigen Angelegenheiten, die schnell erledigt werden müssen. Keiner spricht über die Vorkommnisse im Lager der Schwarzwolds in der Nähe der Nachbargemeinde Schlucht und niemand will Geschichten über den Alten Wald zum Besten geben. Doch als plötzlich dunkle Gestalten das Gasthaus „Zum Tänzelnden Pony“ heimsuchten, wusste auch der letzte neugierige Hobbit in der Stadt, dass hier etwas nicht stimmen konnte.
Gerstenmann Butterblume (konnte sein Alter nicht nennen), Gastwirt im „Tänzelnden Pony“ erzählte mir, wie er diese Nacht erlebte: »Es waren vier Reiter… oder waren es fünf? Auf jeden Fall waren sie schwarz gekleidet… oder braun? Ich bin in letzter Zeit so vergesslich. Ich weiß auch nicht, was mit mir los ist. Sie gingen auf jeden Fall in dass Zimmer von diesem Unterberg und zerstörten dort die Zimmer. Es sah aus, als wären sie auf der Suche nach etwas gewesen. Ich hab von Anfang an gesehen, dass diese Gestalten nicht gutes im Schilde führen. Allein schon, wie sie das Gasthaus betreten haben…. Wer bezahlt mir jetzt eine neue Tür? Zum Glück waren keine Gäste mehr in der Schänke, das hätte sicher ein Chaos gegeben.« Die Reiter, die nach eindringlicher Recherche schwarz und zu viert waren, verließen die Stadt auf dem selben Weg, wie sie gekommen waren. Waren auch sie für den Brand verantwortlich, der vor Kurzem die Stadt Archet in Schutt und Asche gelegt hatte? Gustav Zartlärche (49), Bürgermeister von Bree will von solchen Gerüchten nichts wissen. »Es ist völliger Unsinn, dass irgendwelche „Dunklen Gestalten“ durch Bree geritten sind. Butterblume will sich mal wieder aus der Stadtkasse bedienen und sein Gasthaus renovieren. Dass seine Gäste selbst für solche Schäden verantwortlich sind, ignoriert er, weil er glaubt, dass ihm die Gäste ausbleiben, wenn sie die Schäden selbst bezahlen müssen. Und was Archet angeht: So wie es für mich aussieht, hat Hauptmann Farnbach den falschen Leuten vertraut. Männer, die mit Schwarzwolds kollaborieren, können nur Böses im Schilde führen. Ich hoffe, der Sohn macht nicht dieselben Fehler, wie der Vater.«
Das im Breeland etwas merkwürdiges vorgeht, will er nicht wahrhaben. »Wir sollten froh sein, dass so viele Leute zu uns kommen. Der Tourismus boomt und die Einnahmen stimmen. Ein besseres Jahr hatten wir schon lange nicht mehr. Fragen Sie die Händler und Banker in der Stadt. Jeder macht in diesen Tagen Kasse. Und dass niemand über seine Angelegenheiten sprechen möchte, ist doch das normalste der Welt. Schließlich ist es jedem selbst überlassen, was ihn nach Bree führt.«
Es ist wahr: Geht man durch die Stadt, dann sieht man jeden Händler mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Sie verkaufen nicht nur. Nein, sie kaufen sogar. Viele Reisende kommen mit Gegenständen in die Stadt, die sie auf ihren Reisen angeblich gefunden haben. Niemand spricht darüber, woher diese Gegenstände stammen. Dass man Knochen von tollwütigen Keilern im Alten Wald findet, kann man ja noch verstehen, aber Dutzende von abgenutzten Schwertern, die eindeutige Kampfspuren aufweisen und von den Händlern aufbereitet werden, oder durchlöcherte Schilde? Man braucht nicht die Intelligenz eines großen Zauberers, um eins und eins zusammenzuzählen und zu verstehen, dass das im Breeland böse Mächte auf dem Vormarsch befinden. Es ist ebenso eindeutig, dass sich die vielen Reisenden in der Stadt zu Gruppen organisieren. Sie kommen allein in die Stadt und verlassen Sie in Gruppen von zwei bis hin zu vierundzwanzig Personen. Alle haben plötzlich das selbe Ziel und kommen Tage später erschöpft und teilweise niedergeschlagen wieder, nur um sich kurze Zeit später neu zu organisieren. Lutz Rosenholz (35), Stallmeister in Bree erzählt: »Ich weiß bald nicht mehr, wo ich meine Pferde
noch suchen soll. Sie werden ausgeliehen und dann kommen die Leute Tage später ohne sie zurück. Sie hätten Sie verloren, sagen sie. Oder sie wären ausgerissen. Wenn ich meine Stallburschen dann durch die Landen ziehen lasse, und er sie endlich findet, erzählt er mir, dass er sie zum Großteil am Rande des alten Waldes wiederfindet. Die Tiere gehen dort nicht rein, komme was wolle. Sie spüren, dass es dort nicht mit rechten Dingen zugeht. Aber ich frage mich, warum die Leute da alle reinwollen. Genau das selbe ist es mit den Hügelgräbern. Auch dort laufen die Tiere nicht ohne Weiteres rüber. Ich kenne Geschichten aus meiner Kindheit, dass die Toten dort umherwandern. Das sie keine Ruhe finden können. Niemand geht dort freiwillig hin, zumal dort auch schon seit Jahrhunderten niemand aus dem Breeland mehr begraben wurde. Wer würde das auch wollen? Der Einzige, der sich zwischen dem Alten Wald und den Hügelgräbern gern aufhält, ist doch dieser tanzende Eremit, von dem niemand weiß, wie er heißt. Na ihr wisst schon, der mit diesem komischen Hut.«
Was immer auch die Tage im Breeland vor sich gehen mag, es ist nichts Gutes. Die Welt scheint im Wandel zu sein. Und wenn sich die Gerüchte über die Dunklen Reiter bewahrheiten sollten, dann können uns vielleicht nicht einmal Elben und Zauberer helfen, diese Bedrohung abzuwehren.
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