Massentierhaltungsskandal vom Kundigen Egundur aufgedeckt !

Sandsons Hof

Landläufig ist man wohl der Meinung, dass Hühner ein schönes Leben wie auf Sandsons Hof genießen und das Frühstücksei von glücklichen Hühnern stammt.

WEIT gefehlt ! Wochenlange Recherchen haben Erschreckliches aufgedeckt ! Das Idyll ist reine Fassade und ängstlichen Lesern wird das SonntagsEi vom Löffel rutschen ! Beglaubigte Zeugenaussagen, nächtliche Observationen und eine Vielzahl handkolorierter Bilder zeugen

von niegekannten Missständen in der Hühnerhaltung in unserem schönen Lande.

Da ich als Kundiger immer das Tierwohl im Auge habe, sprach ich mit Bauer S. auf Sandsons Hof über seine vorbildliche Hühnerhaltung. Viel Auslauf, etliche Mehrfamilienholzhäuschen, genfreies Futter aus kontrolliertem Anbau, kuschelige Nester überall auf dem Hof sowie die Hähne Georg und einer der seinen Namen partout nicht nennen wollte (schämte sich wohl bisschen ) zum Amüsement der Hühner. Kurzum – ein Paradies sollte man meinen. Auf meine Frage, wie er denn so über die Runden käme, klagte er mir sein Leid. Bis letztes Jahr, als noch keine Handelsbeziehungen nach Rohan bestanden, waren seine 30 Kupferlinge teuren BioEier  von Michelbinge bis Bree hochgegehrt. Doch seither sank die Nachfrage immer weiter, die Exporte nach Bree sind sogar komplett weggebrochen.

Ich versprach ihm Nachforschungen aufzunehmen, ohne zu ahnen, in welche Abgründe dies führen sollte. Vorsichtiges Nachfragen auf dem Markt in Bree ergab, dass jetzt säckeweise Eier von fernen Landen zu Dumpingpreisen importiert werden. Zwar seien diese Eier kleiner, nicht so schmackhaft und auch viel kürzer haltbar, aber bei 10 Kupferlingen das Stück freuen sich die Großstädter dann  über das gesparte Geld und salzen und pfeffern dafür kräftiger.

Es wurde interessant – welche fernen Lande waren dies? Um nicht aufzufallen schickte ich mein Eichhörnchen auf einen der leeren  Eierwagen. Es versteckte sich unter den leeren Säcken und konnte mir so alles später berichten. So erfuhr ich, dass die Fuhrleute von weit aus dem Südosten stammen, sogar noch jenseits des großen Gebirges aus Rohan. Also schwang ich mich auf mein Pferd und verfolgte die Händler in gebührendem Abstand, damit sie keinen Verdacht schöpfen konnten, immer umkreist von meinem getreuen Raben Schimmerwind. Nach vielen Wochen kam ich in Feldheim im Lande der Pferdeherren an um dort den Ursprung des Eierhandels aufzudecken. Nächtens legte ich mich auf die Lauer um in einem unbeobachteten Augenblick in die Eierfabrik einzudringen. Äußerlich gut getarnt als rustikales Bauernhaus zeugt nichts über das perfide, grauslige Treiben im Inneren. Meine Finger und Zehen reichten nicht um all diese zusammengepferchten Hühner zu zählen, also beschwor ich zuerst einen Hundertfüßler, damit dieser mir beim Zählen behilflich sein konnte. Leider musste er auch seine Füße von sich strecken, da er zu wenige hatte – für all die armen Kreaturen. Nachdem ich mein Kundigenbuch dann doch genauer studierte, gelang es mir mit Hilfe eines Tausendfüßler  alle Hühnchen zu zählen.  Fast tausend Hühner, dicht an dicht, kein Licht, schlechtes Futter und nur eine Aufgabe – Eier zu produzieren !

Ich war geschockt, – sowas ? hier ? aber die handkolorierten Fotos die ich anfertigte, sollen Beweis genug sein. Am nächsten Morgen klebte ich mir einen falschen Bart an, zog mein in Bree gekauftes Händlergewand an und ritt zu diesem Bauernhof. Dort gab ich mich als reisender Händler aus Bree aus und erfuhr so vom Bauern Sahard folgendes:

Bis letzten Jahres war er ein normaler Bauer, aber seine Felder wurden von Orks gebrandschatzt und viele seiner Kühe gestohlen, sodass seine Familie am Rande des Ruins stand. Als dann ein Wanderer mit breitkrempigem Hut bei ihm rastete, schlug dieser ihm vor, doch stattdessen in  eine  innovative Hühnerhaltung einzusteigen, andere Eierproduzenten vom Markt zu drängen und reich zu werden. Er verdiene zwar nur 2 Kupferlinge pro Ei (ein Silber pro Sack kostet es allein, die Eier für einen Monat magisch frisch halten zu lassen), aber die enorme Menge mache das mehr als wett. Ich versuchte ihm zwar ins Gewissen zu reden, was aber fruchtlos blieb. Traurig traurig – auch eine Anzeige beim Than von Feldheim blieb fruchtlos, da er vom Bauern GratisEier für die ganze Garnison bekommt, damit die Kampfkraft nicht sinkt.

Hühnerbatterien

Werte Leser – sollten auch Sie schon diese billigen Eier gekostet haben, wissen Sie nun, woher sie kommen und welches Leid sie verursacht haben. Wenn Sie es mit ihrem Gewissen vereinbaren können, dann speisen Sie weiter  3 KäfigEier für den Preis von einem Ei eines glücklichen Huhns.

Jeder kann seinen Teil dazu betragen, MittelErde ein Stück besser zu machen, dafür braucht Niemand gleich mit dem Schwert gegen die Orks zu ziehen, der Verzicht auf diese BilligEier  wäre auch ein guter Anfang.

 

Geschrieben mit Salz und Pfeffer und einem Eierbecher

von Egundur – einem Reiter Rohans

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: