Der Käfer

(Nush Rauhros)

Es lebte in einem fernen Land vor langer Zeit ein junger Fürst.

Dieser war ein starker Krieger, hoch angesehen im Land.

Die Trophäen großer Schlachten zierten sein Haus,

sein Reichtum ließ seine Länderein aufblühen,

auf seinen Festen wurden die besten Speisen gereicht,

der feinste Wein getrunken, die Fässer rollten und

die Spielleute zelebrierten ein Spektakel nach dem anderen.

Einer seiner Schätze war eine wunderschöne

Frau die er sich an seine Seite nahm.

Nach einiger Zeit gebar ihm die Dame  einen gesunden Sohn.

Soweit könne man sagen, es sei alles wunderschön,

die Geschichte endet hier

und alle lebten fröhlich bis an ihr Lebensende…

aber…

als der Fürst das Kind sah erschrak er fürchterlich.

Zunächst versuchte die Amme ihn zu beruhigen, doch

er ließ Frau und Kind eine Weile im Schlafgemach einsperren

bis sicher war,

dass das Kind hässlich blieb..eine Schreckensgestalt.

Er bezahlte einen Bediensteten, damit er Frau und Kind,

tief in den Keller einer alten Ruine bringt und..

ihnen dort den Tod bringen solle.

Der Mann tat wie befohlen, selbst ihn erschauderte es

beim Anblick des Kindes.

Als er jedoch die hübsche Frau,

ihr Kind an ihre Brust gedrückt,

weinen sah, so verschloss er lediglich die Tür und ging.

Der Hunger würde sie dahinraffen, dachte er noch,

bevor er seine Erinnerungen an diesen Abend

am Hof des Fürsten in Wein ertränkte.

So saßen nun Mutter und Kind in dem feuchten Keller fest,

weinten bitterlich, zitterten vor Kälte und litten hunger.

Soweit könne man sagen, es sei fast alles wunderschön,

die Geschichte endet hier

und der Fürst lebte fröhlich bis an sein Lebensende…

aber…

In diesem Keller lebte ein giftiger kleiner Käfer,

der sich von den zwei neuen Bewohnern

zunächst ein wenig gestört fühlte,

beim Anblick des Kindes dann jedoch so viel Mitleid

bekam, dass er beschloss den Beiden zu helfen.

Was selbstverständlich auch ein wenig eigennützig war..

immerhin hätte er dann diese Behausung wieder für sich allein.

Er flog so laut er nur brummen konnte zum Anwesen des Fürsten

setzte sich in die Bettdecke aus feinster Seide und wartete eine Weile.

Als der Fürst sich zur Ruhe legte,

krabbelte er heraus und sprühte im sein Gift direkt ins Gesicht.

Vor Schmerz erwachte der Fürst und es war ihm als würde seine Haut verbrennen.

In der Waschschüssel wollte er sich löschen, doch jeder Tropfen Wasser

ließ mehr und mehr Blasen schlagen und das Gemisch aus Gift und Wasser

ronn an seinem Körper hinab, hinterließ Furchen als hätten

die Krallen eines riesigen Adlers ihn aufgeschlitzt.

Ohnmächtig sank er zu Boden.

Soweit könne man sagen, es sei fast alles wunderschön gerecht,

die Geschichte endet hier

und keiner lebte fröhlich bis an sein Lebensende…

aber…

Als der Diener sah was seinem Fürst angetan wurde,

da wurde ihm Angst und Bange.

Schnell eilte er zur Ruine und befreite Mutter und Kind,

kniete vor ihnen nieder und bat zitternd um Vergebung,

bevor er über alle Berge davonlief.

Nun könne man sagen, es sei eine Frau wunderschön,

die Geschichte endet hier

und der Fürst und sein Sohn

lebten hässlich bis an ihr Lebensende…

aber immerhin..

hatten sie genug Gold es hinter Kleidern und Prunk zu verbergen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: