Monatsarchiv: Juli 2013

urlaub

Advertisements

Welt-Tag des Stallmeisters

Wie gemeinhin bekannt, wird Allerortens am 24. des Juli jeden Jahres der Welt-Tag des Stallmeister begangen. Auch dieses Jahr wurde das großartige Fest wieder feierlichst begangen, erstmalig – und dafür sei der verantwortlichen Tour-Biene herzlichst gedankt – mit einer verordneten Dunkelzeit ab Mittag bis in den frühen Abend (downtime), um den Stallmeistern Gelegenheit zu geben, ihren Festtag ohne drängelnde Reisende zu begehen. Alle Reisenden in unseren schönen Landen haben bestimmt schon oft die Dienste eines Stallmeisters in Anspruch genommen, um von hier nach da zu gelangen. Dabei ist man oft genug in Gedanken an Kommendes oder Vergangenes, so dass wir den kunstfertigen Stallmeister, den, der das Reisen erst überhaupt möglich macht, nicht wahrnehmen.

Wie wird man eigentlich Stallmeister, kann das jeder werden, wie sieht es aus mit gindor meen strieming? und und und …

Stallmeister wird man nicht so irgendwie, Stallmeister ist man von Geburt, jedenfalls die Allermeisten. Mustert man aufmerksam die Meister des Reisefaches, so fallen doch, und insbesondere bei den Menschen, deutlich hervortretende Ähnlichkeiten auf (siehe Bild).

Stallmeister Bild 1_0

Dies ist natürlich kein Zufall, sondern Zeichen einer uralten Tradition, dass eben nur Familienmitglieder stallmeistern dürfen und nicht ein dahergelaufener Irgendwer. Die Tradition begründet sich in verschiedenen Erfahrungen, zuallererst in der Diskretion zu Reisenden und deren Zielen. Wer will schon viel Anstrengung auf Anonymität verwenden und unbemerkt zum Abenteuerspielplatz Ettenöden reisen, um wenig später seinen Namen in einem Klatschblatt zu lesen, der von einem bestochenen Stallmeister der Regenbogenpresse geflüstert wurde. Um also das angesehene und auch ertragreiche Tun des Stallmeisters zu erhalten und mehren, ist neben Können und Benehmen die Diskretion das A und O des Berufes. Natürlich haben familiäre Abschottungen auch ihre Nachteile, irgendwann erschöpft sich die Frischheit des Blutes, Einschränkungen an Körper und Geist folgen. Soweit ist es gottlob noch nicht bei unseren Stallmeistern, ein Beleg, dass die Familienpolitik sorgfältig bedacht ist und von dann und Zeit geeignete Außenstehende in den Familienverbund aufgenommen werden. Ob zum bloßen Zeugen junger Stallmeister oder auch als Zeugende und Stallmeister, ist freilich wegen der Diskretion der Familienverbände nicht bekannt. Oft ist ja das Flirten mit Stallmeistern zu beobachten, verständlich, sind doch diese fesch und vermögend (siehe Bild 2).

Stallmeister Bild 2_0

Auffällig ist jedoch, dass das gindor meen strieming bei Stallmeistern nur eine untergeordnete Rolle spielt. Jedenfalls sind alle Stallmeister der Menschen und Hobbits männlichen Geschlechts und damit Spiegelbild der als sehr patriarchalisch bekannten Gemeinschaften oben erwähnter. Ob Zwerge ebenfalls nur männliche Stallmeister dulden, ist so ohne weiteres nicht feststellbar, ist doch für einen Uneingeweihten nicht erkennbar, ob vor einem eine Zwergin oder ein Zwerg steht. Allerdings kann vermutet werden, dass Zwerge männliche Stallmeister stellen, denn die die Gefahr des versehentlichen Mißgriffs eines Reisenden bei zwei Ziegen ist doch groß. Die Elben hingegen scheinen mißliebige Elbinnen gern zu versetzen – in den Düsterwald. Dort sind die in unseren Landen einzigen mit Sicherheit vom Reisenden auszumachenden weiblichen Stallmeister (besser Stallmeisterinnen, noch meenstriemiger StallmeisterInnen) beschäftigt. Wir hoffen doch, dass dies nicht darin begründet liegt, dass die Damen den Schönheitsidealen der Elben nicht gerecht werden und daher in den Düsterwald verbannt werden, so dass die dortige Dunkelheit ihre Antlitze und Körper mildtätig verhüllt.

Dass es Sorgen, Zwiste und andere Nöte in den Stallmeisterfamilienverbänden gibt, ist gewiss. ab Dunland verlieren Stallmeister ihren Namen und damit ihre rechtliche Persönlichkeit. Als Unperson leisten sie schweigend ihre Dienste, ob für alle Zeiten oder zur Bewährung, wer weiß das schon.

Stellvertretend für alle StallmeisterInnen sollen hier die einzeln abkonterfeiten StallmeisterInnen stehen, um alle StallmeisterInnen zu ihrem Ehrentag zu würdigen (siehe Bild 3). Welche dunklen Geheimnisse auch immer die StallmeisterInnen umgeben, wir danken ihnen aufs allerherzlichste für ihre verlässlichen Dienste, wünschen ihnen Wohlergehen, nehmen die speziell für diesen Tag von der Tour-Biene verordnete Dunkelzeit nicht übel und erheben den Pokal auf sie – die StallmeisterInnen.

Rhubi-Tours, ein Reiseunternehmen Mittelerdes und wohlvertraut mit StallmeisterInnen

Stallmeister Bild 3_0


Der Käfer

(Nush Rauhros)

Es lebte in einem fernen Land vor langer Zeit ein junger Fürst.

Dieser war ein starker Krieger, hoch angesehen im Land.

Die Trophäen großer Schlachten zierten sein Haus,

sein Reichtum ließ seine Länderein aufblühen,

auf seinen Festen wurden die besten Speisen gereicht,

der feinste Wein getrunken, die Fässer rollten und

die Spielleute zelebrierten ein Spektakel nach dem anderen.

Einer seiner Schätze war eine wunderschöne

Frau die er sich an seine Seite nahm.

Nach einiger Zeit gebar ihm die Dame  einen gesunden Sohn.

Soweit könne man sagen, es sei alles wunderschön,

die Geschichte endet hier

und alle lebten fröhlich bis an ihr Lebensende…

aber…

als der Fürst das Kind sah erschrak er fürchterlich.

Zunächst versuchte die Amme ihn zu beruhigen, doch

er ließ Frau und Kind eine Weile im Schlafgemach einsperren

bis sicher war,

dass das Kind hässlich blieb..eine Schreckensgestalt.

Er bezahlte einen Bediensteten, damit er Frau und Kind,

tief in den Keller einer alten Ruine bringt und..

ihnen dort den Tod bringen solle.

Der Mann tat wie befohlen, selbst ihn erschauderte es

beim Anblick des Kindes.

Als er jedoch die hübsche Frau,

ihr Kind an ihre Brust gedrückt,

weinen sah, so verschloss er lediglich die Tür und ging.

Der Hunger würde sie dahinraffen, dachte er noch,

bevor er seine Erinnerungen an diesen Abend

am Hof des Fürsten in Wein ertränkte.

So saßen nun Mutter und Kind in dem feuchten Keller fest,

weinten bitterlich, zitterten vor Kälte und litten hunger.

Soweit könne man sagen, es sei fast alles wunderschön,

die Geschichte endet hier

und der Fürst lebte fröhlich bis an sein Lebensende…

aber…

In diesem Keller lebte ein giftiger kleiner Käfer,

der sich von den zwei neuen Bewohnern

zunächst ein wenig gestört fühlte,

beim Anblick des Kindes dann jedoch so viel Mitleid

bekam, dass er beschloss den Beiden zu helfen.

Was selbstverständlich auch ein wenig eigennützig war..

immerhin hätte er dann diese Behausung wieder für sich allein.

Er flog so laut er nur brummen konnte zum Anwesen des Fürsten

setzte sich in die Bettdecke aus feinster Seide und wartete eine Weile.

Als der Fürst sich zur Ruhe legte,

krabbelte er heraus und sprühte im sein Gift direkt ins Gesicht.

Vor Schmerz erwachte der Fürst und es war ihm als würde seine Haut verbrennen.

In der Waschschüssel wollte er sich löschen, doch jeder Tropfen Wasser

ließ mehr und mehr Blasen schlagen und das Gemisch aus Gift und Wasser

ronn an seinem Körper hinab, hinterließ Furchen als hätten

die Krallen eines riesigen Adlers ihn aufgeschlitzt.

Ohnmächtig sank er zu Boden.

Soweit könne man sagen, es sei fast alles wunderschön gerecht,

die Geschichte endet hier

und keiner lebte fröhlich bis an sein Lebensende…

aber…

Als der Diener sah was seinem Fürst angetan wurde,

da wurde ihm Angst und Bange.

Schnell eilte er zur Ruine und befreite Mutter und Kind,

kniete vor ihnen nieder und bat zitternd um Vergebung,

bevor er über alle Berge davonlief.

Nun könne man sagen, es sei eine Frau wunderschön,

die Geschichte endet hier

und der Fürst und sein Sohn

lebten hässlich bis an ihr Lebensende…

aber immerhin..

hatten sie genug Gold es hinter Kleidern und Prunk zu verbergen.


Skandal! Jede dritte Zahn ist nicht echt!

Mittelerde- Nicht nur die Tierärzte auch die Zahnärzte klagen über argen Zulauf in der letzten Zeit. Der Krieg, das unausgewogene Lageressen, das ständige Umherwandern lässt die Beißer im Mund nicht gerade besser aussehen, abgesehen von vermehrten Schlägereien im „Tänzelnden Pony“, jene nicht selten den Kiefer verfehlen.  Drum setzt nicht nur beim Feuer ein

signal

damit wir auch morgen noch strahlend den Orks entgegengehen.

Zeigt uns Eure Zähne und spielt Euch in den 10 Gold Lostopf!

Postfach: bbredaktion@gmx.de  Stichwort: Goldzahn

Einsendeschluss: Donnerstag, 08.08.2013

(Kleingedrucktes: Ausschüttung nur an eine Person, die aus dem Lostopf gezogen wird und nur auf Belegaer und Landroval, andere Server benötigen erst Sponsoren. Die Gewinner werden nicht namentlich bekannt gegeben, können ihren Jubel aber freiwillig als Leserbriefkommentar kundtun.)

1Wikipedia: Year 1 (I) was a common year starting on Saturday or Sunday (link will display the full calendar) of the Julian calendar (the sources differ, see leap year error for further information) and a common year starting on Saturday of the Proleptic Julian calendar.


Moria oh Moria


Die Welt ist grau, der Berg ist alt,
Die Essen leer, die Aschen kalt,
Kein Harfner singt, kein Hammer fällt;
Das Dunkel herrscht in Durins Welt,
Sein Grab liegt unter Schatten da
In Khazad-dûm, in Moria.
Die Sterne glitzern wunderlich
Im Spiegelsee, die Krone blich,
Tief ist der See, der sie begräbt,
Bis Durin sich vom Schlaf erhebt.


Sommerfest / Lithefest naht

ScreenShot00981

Each race knows it by a different name
Lithe Festival for Hobbits
Summerdays for Men
Summerfest for Dwarves
Festival of Enedhin for Elves
Sunny days, backyard parties, Picnics,
fruity drinks with those little paper umbrellas.
Summer Festival means dancing, drinking,
Games, and even fireworks!
Mittelerde- Laut Gerüchten beginnt das Sommerfest nicht wie im Jahr davor erst im August und dem davor bereits im Juni sondern am 24.Juli! Gefeiert wird wie immer in Eriador, sei es beim Fischen von Thorins Hallen, Celondim übers Auenland bis ins Breeland, Bierhumpenrennen sowie einer Menge Kuchenwettesserei. Wir sind gespannt auf alle Pferderennteilnehmer sowie auf neue Zierwerke, man hofft, dass die guten Schlachtrösser während der Feiertage leichte Sommerdeckchen bekommen.
Natürlich suchen auch die Biergenossenschaft und die Gasthaus-Liga wieder neue Mitglieder für ihre Organisationen. Die Damen hoffen sich im Tanze zu drehen und vorallem, dass einge Herren trotz zwei linker Füße beim Tanzlehrer einiges dazulernen.
Viel Freude und lasst uns sehen ob die Gerüchte stimmen oder wir doch wieder bis August warten müssen.

Sagen aus Mittelerde – Eregion

Beeren in Eregion

von Nush Rauhros

Der Himmel war wolkenbehangen als Myla ihren Kopf aus dem Zelt steckte. Sie spürte den Tau unter ihren Füßen, der wie Perlen auf dem Gras hing. Die Hirten, die die Nachtwache gehalten hatten, saßen eng aneinander am Feuer und zogen sich ihre Pelze über den Kopf. Myla nahm sich einen Krug und ging hinunter zum Fluss, um Wasser zu holen. Sie tauchte ihn sacht in das seichte Wasser und stellte ihn auf der Wiese ab. Sie krempelte ihre Bluse hoch und tauchte die Arme ins Wasser, um sich das kühle Nass ins Gesicht zu werfen. Dann nahm sie ihn hoch und trug ihn ins Lager zurück. Den Krug stellte sie vor dem großen Zelt ab und angelte sich ihren Umhang. Er war weich und im Inneren noch warm von der Nachtruhe. Sie wickelte ihn um sich und setzte sich zu den Hirten ans Feuer. Die ersten Frauen waren inzwischen wach, rührten Getreidebrei und backten Brot. Die Bewohner Mirobels hatten ihnen gestattet hier in Emyn Naer zu verweilen, hier fanden ihre Schafe und Rinder endlich frisches Gras. Die Esel hatten lang auf diese Rast gewartet und auch Myla war froh endlich einen Ort gefunden zu haben, an dem sie nach langer Wanderung neue Kräfte sammeln konnte. Die ersten Hirten zogen sich in das Zelt zurück, um die Tagschicht zu wecken, nur Kalin und Joos blieben noch am Feuer sitzen. Sie warteten auf frisches Brot, dass sie stets mit Myla teilten. Auf Joos Schulter thronte Rya, seine weiße Taube, die ihn stets begleitete und in seiner Kapuze eine Art Nest gebaut hatte. Kalin zog seine Laute hervor und spielte ein paar sanfte Töne. Joos stupste Myla sanft an. „Sammelst du heute wieder ein paar Beeren, Myla?“. „Gewiss, tue ich das sagte sie und lächelte sanft.“ Eine alte Frau trat langsam auf die Drei am Feuer sitzenden zu, gab jedem eine Schüssel Brei und legte das Brot vor ihnen ab. Still saßen sie da und schauten ins Feuer. Myla holte drei Becher mit Dickmilch und genoss es bei Joos zu sein.

Nach einiger Zeit stellten die beiden Männer ihre leeren Schüsseln ab und schlichen sich zu den anderen ins Zelt. Myla nahm ihre Schüssel auf und trug sie zum Fluss. Sorgfältig säuberte sie sie und sah sich um. Sie spazierte langsam los. Sie fand ein paar Kartoffeln auf ihrem Weg, die sie in ihren Beutel steckte, doch alle Beerensträucher standen bereits leer da. Bis auf eine Handvoll Erdbeeren, die sie hinter einem kleinen Felsen entdeckte, fand sie keine Beere. Sie ging zurück zur Weide und rief Mulin zu sich. Ihr Esel war jung und ungestüm, nicht so alt wie die anderen Tiere ihres Zuges. Sie befestigte ihren kleinen Beutel an ihm, setzte sich auf seinen Rücken und deutete ihm die Richtung an, in die er sich bewegen sollte. Mulin freute sich an dem Ausritt, doch war er nicht sonderlich erfreut, als Myla wegen jeder Kartoffel von ihm abstieg, um sie in den Beutel zu stecken. Sie ritten weit ins Landesinnere, bis sie endlich den einen und anderen Busch mit Brombeeren fand. Ihre Schüssel füllte sich bis zu Rand als es zu Regnen begann. Sie zog sich ihre Kapuze ins Gesicht und schaute himmelwärts. Die Dämmerung setzte langsam ein, als sie in der Ferne einen Turm auf einem hohen Felsen entdeckte. Sie saß langsam auf Mulin auf und beide bewegten sich ins Lager zurück. Den Beutel mit den Kartoffeln lehnte sie an die Zeltplane und schlich sich zu Joos und Kalin. Sie weckte Joos sanft, indem sie ihm langsam mit einer Erdbeere von der Stirn bis zum Mund fuhr. Er blinzelte ihr zu, schnappte ihr mit seinen weichen Lippen die Beere aus den Fingern und grinste. Rya saß bereits auf dem Schüsselrand und versuchte eine Beere zu picken. Auch Kalin erwachte langsam, zog die Schüssel zu sich herüber und bediente sich daran. „In der nächsten Woche können wir wieder die Tage gemeinsam verbringen“, flüsterte Joos Myla zu, ließ eine Handvoll Beeren in seinen Mund gleiten und überließ ihr seinen noch warmen Schlafplatz. Sie kuschelte sich auf das Fell, zog ihren Umhang über sich und genoss seinen Duft, der noch in der Schlafstätte hing.

Mitten in der Nacht wurde sie von lautem Geschrei und dem wilden Getrampel der Tiere wach. Sie schrak auf, krallte sich in ihrem Umhang fest und lief aus dem Zelt. Mulin rannte auf sie zu und sie warf sich mit aller Kraft auf ihn. Er rannte mit ihr los. Vorbei an Schafen, die in alle Richtungen flüchteten, und an einer Horde Angmarin Krieger, die mit blutverschmierten Schwertern und Äxten auf ihr Zelt zustürmten. „Joos“, jammerte sie, doch Mulin lief weiter. Als er am Hülstenklamm ankam, blieb er stehen. Myla ließ sich von seinem Rücken gleiten, fasste an sein Halfter und führte ihn langsam den Berg hinauf. Als sie eine Klippe erreichten, setzte sie sich und weinte bitterlich. Mulin stupste sie sacht an und sie setzte sich auf seinen Rücken. Gemeinsam sprangen sie hinüber und nahmen den beschwerlichen Weg auf sich, der sie zu dem Turm brachte, den Myla am Tag zuvor entdeckt hatte. Sie schauten gemeinsam dem Sonnenaufgang entgegen. Von dort oben sahen sie sie ziehen. Angmarinkrieger, Halborks und Dunländersoldaten, die ins Land zogen, plünderten und mit blutigem Schwert ganze Städte einnahmen. Sie verbrachten schon ein paar Tage dort oben, trotzten Wind und Regen, sammelten die kargen Gräser und Büsche nach Essbarem ab als Myla am Horizont etwas Bekanntes entdeckte. Es war Rya. Die weiße Taube flog auf sie zu und ließ sich auf einem Sims zwischen zwei Säulen nieder.
Myla nahm sie auf. Sie setzte sie sachte auf ihre Schulter und flüsterte ihr zu:“ Rya, wo ist Joos?“. Die Taube striff mit ihrem weichen Gefieder ihre Wange. Sie sank schwach auf die Knie und versuchte es erneut:
„Wo ist Joos?“. sagte sie leise und Rya bewegte sich von ihrer Schulter und umkreiste sie im Fluge. Myla erhob sich und Rya flog zu Mulin. Die Frau und ihr Esel folgen langsam dem Vogel, der sie unbeschadet zurück Richtung Mirobel führte. Was sie dort sah, war nicht mehr ihr Lager. Es wehten Banner des Krieges. Auf Pfählern steckten die Köpfe ihrer Ahnen, das Leder der Rinder zierte die Lagerstätte und ein paar Angmarinsoldaten schliefen an der Feuerstelle. Sie schritt über blutverschmiertes Gras, stolperte über den Kadaver eines Rindes und suchte nach Rya. Sie entdeckte den weißen Flügelschlag zwischen drei Felsen nahe Mirobel. Sie schlich sich dort hin und fand nicht nur Rya und Mulin dort vor, sondern auch den Körper ihres Geliebten. Sie nahm seinen Mantel auf, setzte Rya in das kleine Kapuzennest und begann Joos auf Mulins Rücken zu hieven. Sie lag ihren Mantel über ihn und führte sie nach Mirobel. Mühselig arbeitete sich der Esel die vielen Stufen bis zu einer Heilerin empor. Die Elbe zog behutsam den Umhang von dem Mann und ließ ihn von den Wachen herunterheben. Es dauerte einige Tage und Nächte. Die Elben versorgten sie mit Speis und Trank, Postoneth, die elbische Heilerin salbte ihn und Myla wich keinen Moment von seiner Seite, bis Joos endlich seine Augen öffnete. Sachte angelte Myla nach einer Erdbeere, strich ihm sachte von der Stirn bis zu seinem Mund, dessen Lippen sanft die Beere aus ihren Fingern raubte.